Peace In The Wild – Kathrin Heller
Wer sich noch an den jüngst verstorbenen Jimmy Carter erinnern kann, einen amerikanischen Präsidenten, der in seiner Regierungszeit von deutschen Zeitungen als Erdnussfarmer betitelt wurde, der wird auch Wendell Erdman Berry kennen. Ebenfalls dichtender Landwirt, ebenso Amerikaner wie Carter aber politisiert nur insofern, dass er in seinen Gedichten und Essays der ewig duldsamen Natur, die mittlerweile als Umwelt betitelt wird, eine Stimme gibt. Zum Beispiel in einem Versgedicht mit dem Titel The Peace of Wild Things.
Als Kathrin Heller nach einem ansprechenden Namen für Ihr Projekt suchte, fühlte sie sich von Wendell Berrys Zeilen gemeint. Und deshalb heißt ihre Serie aus Sensual Sorround Sprays, die man auch als Ambience-Düfte bezeichnen dürfte, heute so: Peace In The Wild. Wobei die Wildnis, die sie meint, natürlich in der aufreibenden Lebensweise besteht, der sich jeder mehr oder weniger ausgesetzt sieht. Mit den Duftsprays aber gelingt es, sich überall und rasch einen Ort der Ruhe zu schaffen. Einen olfaktorischen Safe Space also, in dem man dann wieder zu sich selbst finden kann. At peace sein. Auch Einschlafprobleme können durch das Besprühen der Bettbezüge gemildert werden. Kathrin Haller weiss das aus erster Hand. Denn so fing die ganze Geschichte ja überhaupt an.
Und zwar so: Die Elternzeit mit ihrer Tochter verbringt sie teilweise im Hinterland von Aix en Provence auf dem Anwesen eines befreundeten Paares, die sich dort eine ehemalige Ölmühle ausgebaut haben. Es ist Spätsommer in Südfrankreich und das Haus liegt inmitten von Lavendelfeldern, die derzeit abgeerntet werden. Das schaut wunderbar aus, es duftet auch herrlich, vor allem aber stellt Kathrin Haller fest, dass sie so tief und fest und regelmäßig derart ausgezeichner schläft, wie ein provençalischer Stein. Zunächst schiebt sie es auf die sprichwörtliche Luftveränderung. Dann erwähnt sie ihren Aufwuchs an Schlafqualität in einem Nebensatz bei einem Gespräch in einer Apotheke. Und wie in einem britischen Spielfilm sagt daraufhin die Apothekerin “Mais oui madame.“ Um ihr daraufhin zu erklären, dass die Luft hier, aufgrund der Lavendelernte ringsum, derzeit gesättig sei mit den ätherischen Ölen der duftenden Lippenblütler.
„Ich hab dann irgendwie den Rest der Elternzeit mit einem Deep Dive zur Aromatherapie verbracht“, sagt Kathrin Heller. Sie macht sogar eine Ausbildung zur Aromatherapeutin aber eher aus Wissenslust heraus. Bei ihren Recherchen vor Ort lernt sie auch Catherine kennen, die in einem südfranzösischen Labor für die Herstellung Ätherischer Öle arbeitet. Mit ihr zusammen entwickelt sie die erste Serie für Peace In The Wild.
Kathrin Heller legt großen Wert darauf, nur die höchste Qualität von reinen Naturölen zu verarbeiten. Die schmucken Violettglasflaschen, in denen die Ambiance-Düfte von Peace In The Wild verkauft werden, haben dabei auch einen praktischen Wert: je dunkler das Glas, desto besser hilft es dabei, die flüchtigen und kostbaren Aromastoffe des Öles vor ultravioletter Strahlung zu bewahren.
Wendell Berry übrigens, der die Zeilen schrieb, die Kathrin Haller inspirieren konnten, ist schon über neunzig Jahre alt. Und als Landwirt aus Kentucky wird er vermutlich schon längst mehr gewusst haben über ätherische Öle und andere Geheimkräfte der Natur, die sich der Sichtbarkeit entziehen. Manchmal braucht es einen dichtenden Greis aus Kentucky, manchmal einen Aufenthalt in der Provence zur Lavendelerntezeit — und manchmal genügt ein Gang zu MDC.
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